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Bemerkungen zum Karneval

Die Ursprünge des Karnevals in Venedig gehen bis ins Mittelalter zurück. Zur Zeit der Pest haben die noch Gesunden Masken getragen, um sich nicht anzustecken. Im Laufe der Jahrhunderte ist aus dem Schutz vor Ansteckung ein rauschendes Fest geworden. 1780 allerdings wurde der Karneval verboten.200 Jahre später kam der Magistrat von Venedig 1980 auf die Idee, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Nicht zuletzt, um Besucher in dem ungemütlichen Monat Februar nach Venedig zu locken und den Tourismus in diser toten Saison anzukurbeln.Mittlerweile ist der Karneval von Venedig weltberühmt. Die Maskenträger mit ihren phansievollen Kostümen ziehen Besucher aus aller Welt an. Die 10 Tage vor Aschermittwoch ist in Venedig Hochsaison.2005 erfüllte ich mir den langgehegten Wunsch, die Karnevalstage in Venedig zu verbringen. Im Gepäck auf dem Rückflug 2300 Fotos, die in 9 Tagen entstanden sind.Jahrelang haben mich Befürchtungen und Vorurteile zum Karneval daran gehindert, zu dieser Zeit nach Venedig zu fahren. Im Folgenden werde ich einige Vorurteile bestätigen und relativieren:

 

Venedig ist Karneval restlos überfüllt

Stimmt. Nicht ganz.

Am Karnevalswochenende kriegt man in der Umgebung des Markusplatzes keinen Fuss mehr auf die Erde. Ein Hauptgrund sind die Tagestouristen, die aus der näheren Umgebung mit Bussen und Zügen morgens in Venedig ankommen und die Stadt abends wieder verlassen. Die Gassen rundherum sind voller Menschen, so dass zeitweise der Strom der Massen in einer Einbahnregelung durch die Gasse geführt wird. Die Polzei hindert am anderen Ende der Gasse die entgegenkommenden Menschen am Weitergehen. Es geht nicht anders, es ist einfach zu eng!

Je weiter man sich allerdings vom Markusplatz entfernt, umso "normaler" wird es und man hat immer irgendwo die Chance, das ruhige Venedig zu erleben.

 

 

Venedig ist teuer

 

Stimmt auch, wenn man sich darauf beschränkt, direkt am Markusplatz essen oder trinken möchte oder seine Unterkunft unmittelbar dort wählt. Ich hatte zum Beispiel meine (bezahlbare) Unterkunft im Stadtteil Sta.Croce, ein Viertel ohne touristische Highlights, aber voll mit italienischem Leben. In diesen Viertel hat man auch reichlich Gelegenheit, ein gutes Essen zu vernünftigen Preisen zu bekommen oder einen Espresso für 1 Euro am Stehtresen der kleinen Bars zu trinken.
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